Never ending Story - Blackberry wird verklagt...
Dienstag, 01. November 2011

Blackberry-Nutzer in den USA und Kanada haben Research In Motion (RIM) jeweils wegen des Netzwerk-Ausfalls Mitte Oktober verklagt.
Über drei Tage konnten Millionen von RIM-Kunden keine E-Mails und Kurznachrichten (Blackberry Messages) über ihre Geräte empfangen und zum Großteil auch nicht im Internet surfen.
Wie Guardian.co.uk berichtet, wird der BlackBerry-Anbieter RIM in den USA vor dem Bundesgericht in Santa Anna, Kalifornien, wegen Vertragsbruchs, Fahrlässigkeit und unrechtmäßiger Bereicherung verklagt. Eingereicht wurde die Klage im Namen aller US-amerikanischen BlackBerry-Besitzer mit aktivem Service-Vertrag zum Zeitpunkt des Netzausfalls. Zugleich muss sich RIM auch im Heimatland Kanada vor Gericht verantworten, am obersten Gerichtshof in Quebec wurde im Namen aller kanadischen BlackBerry-Nutzer mit Service-Vertrag ebenfalls Klage eingereicht. RIM selbst gab sich auf Nachfrage von CHIP Online verschlossen: Bislang sei keine Klageschrift eingegangen, zu gegebener Zeit werde das Unternehmen eine formelle Antwort geben.
Der tagelange Ausfall des E-Mail- und Messaging-Service hat RIMs Ruf bei den Business-Kunden wohl nachhaltig angekratzt. Das Unternehmen reagierte zunächst sehr zögerlich auf Berichte über Störungen, entschuldigte sich dann aber in Person des RIM-Gründers und Co-Geschäftsführers Mike Lazaridis (siehe Video unten). Grund für den Ausfall war nach Unternehmensangaben der Defekt eines zentralen Netzwerkswitches; das eigentlich für solche Fälle vorgesehene Ersatzequipment sei leider ebenfalls defekt gewesen.
Als Wiedergutmachung für den Ausfall bietet RIM den BlackBerry-Kunden bis Ende Dezember eine Auswahl an Apps, ausgerechnet Spiele und Tools, zum kostenlosen Download an. Zudem erhalten Unternehmenskunden einen zusätzlichen Monat kostenlosen technischen Service.
Das sehen offensichtlich viele RIM-Kunden als nicht ausreichende Kompensation an. In der Klageschrift heißt es laut Guardian, RIM würde in den USA pro Tag mindestens 3,4 Millionen US-Dollar für die Nutzung des E-Mail- und Messaging-Services einnehmen. Um welche Schadensersatzsummen es sich bei den beiden Klagen drehen soll, ist bislang noch nicht bekannt.
Dies ist dann wohl der nächste Sargnagel für RIM.
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