Wie geht es weiter bei Kali+Salz?
Montag, 21. Juli 2008
Den letzten Blogkommentar zu der Kali+Salz Aktie habe ich Mitte April bei Kursen um 55 EUR geschrieben. Inzwischen hat sich bei dem Düngemittelhersteller aus Kassel allerdings einiges getan. So explodierte der Aktienkurs die letzten Monate zunächst weiter bis auf knapp 100 EUR. In den letzten Wochen lastete hingegen vermehrt Druck auf dem Wert und die Aktie konnte nicht wie gewöhnlich nach einer kurzen Kurskorrektur schnell ein neues All Time High markieren, sondern drehte bereits unter 90 EUR wieder nach unten auf zuletzt nun 76 EUR.
Es stellt sich deswegen die Frage, ob die phänomenale Kursentwicklung der letzten Jahre nun nicht langsam zum Stoppen kommt. Betrachtet man die Nachrichtenlage um K+S genauer erkennt man zumindest erste Anzeichen, die auf ein solches Szenario hindeuten. Letzte Woche gab der kanadische Wettbewerber Potash Corp die Erweiterung von Kapazitäten bekannt und beunruhigte so die Marktteilnehmer, die vermuten, dass sich dieses langfristig negativ auf das Preisniveau auswirken könnte.
Darüberhinaus ist der Aktiensplitt im Verhältnis 1:4 nun seit gestern vollzogen und man konnte beobachten, dass sich dieser im Vorfeld sogar eher negativ auf die Aktie auswirkte. Die Phantasie bzgl. einer Splittung der Aktienanteile war lange Zeit eines der Argumente, welches Marktteilnehmer anführten, wenn es um die zukünftige Kursentwicklung von K+S ging. Eine interessante Spekulation bleibt allerdings noch, nämlich die mögliche Aufnahme von K+S in den Dax.
Die Deutsche Börse AG berät das nächste Mal am 03. September über die Zusammensetzung der Aktienindizes und wird dann über einen möglichen Aufstieg von Kali+Salz in den Dax entscheiden. Die Chancen für den Düngemittelhersteller stehen jedenfalls gut, denn im letzten Ranking vom Juni belegt die K+S AG bei den entscheidenden Kriterien Marktkapitalisierung und Börsenumsatz die Ränge 18 und 25 und würde somit die Tui AG aus dem Dax verdrängen. Der Reiseveranstalter liegt bei der Marktkapitalisierung lediglich auf Platz 42 und müsste damit bis September noch sieben Plätze gut machen, um sich den Erhalt im Dax zu sichern. Wenn man dann noch berücksichtigt, dass mit der Continental AG und der Postbank, aufgrund möglicher Übernahmen bzw. Fusionen, eventuell zwei weitere Aktien auf kurz oder lang aus dem Dax ausscheiden werden, ist eine Aufnahme von K+S praktisch schon sicher.
Leider hat diese Überlegung, so lehrt es uns die Vergangenheit zumindest, allerdings einen kleinen Schönheitsfehler, nämlich, dass die Mehrzahl der Dax Aufsteiger im Nachhinein eher eine schlechte Performance aufweisen. Nicht zu vergessen sind sicherlich auch größere Marktteilnehmer, die K+S seit Jahren in Ihrem Portfolio verwalten. Ich gehe davon aus, dass einige sicherlich die attraktive Möglichkeit eines problemlosen Exits aus ihrem Investment nutzen werden und die Nachfrage nach K+S Aktien befriedigen werden, die durch Indexfonds aufgrund der Dax Aufnahme entsteht.
FAZIT: Die nächsten Tage und Wochen werden für den Düngemittelhersteller aus Kassel entscheidend und es wird sich herausstellen, ob die Aktie noch einmal durchstarten kann. Ich vermute allerdings, dass sich die Performance der Aktie spätestens mit der Dax Aufnahme verschlechtern wird.




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