Solaraktien durch Subventionsabbau bald stark im Fokus
Freitag, 18. Juli 2008
Auf eine starke Volatilität bei den deutschen Solaraktien ab Ende Juli sowie im August kann man sich jetzt schon einstellen, denn mit der sich anbahnenden Kürzung der Subventionierung von Solaranlagen in Spanien, steht einer der weltweit wichtigsten Märkte für die deutsche Solarbranche vor einer nicht unwesentlichen Veränderung. Das bisher geltende Gesetz in welchem die Höhe der Förderung von Solaranlagen in Spanien festgeschrieben ist läuft im September aus und hat dem Land in den letzten Jahren einen einzigartigen Boom in diesem Bereich beschert.
Es deutet sich an, dass man nun wesentlich stärker auf die Subventionsbremse treten wird, als bisher angenommen. Von staatlicher Seite mehren sich laut spanischen Medienberichten die Stimmen, die von Kürzungen in Höhe von 30-35% sprechen, was deutlich über den Befürchtungen der Solarlobbyisten liegt.
Ein Rückblick in den Monat Mai, als hierzulande die veränderten Subventionen, für das neu gefasste Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgezurrt wurden, lässt erahnen in welchem Maße die Aktienkurse direkt im Vorfeld der Entscheidung zur spanischen Solarförderung reagieren werden. Branchenprimus Solarworld verlor so Ende Mai zunächst innerhalb weniger Handelstage knapp 20% aufgrund von Stimmen aus dem Wirtschaftsflügel der Union, die eine aggressive Kürzung der Subventionen forderten. Nachdem letztendlich doch eine Vereinbarung getroffen wurde, die für die Solarunternehmen annehmbar war reagierten die Aktienkurse wieder entsprechend euphorisch in die andere Richtung.
Es gilt also vorbereitet zu sein auf die verschiedenen Szenarien, die uns bald aus Spanien ereilen dürften. Sinnvoll erscheint es mir auf jeden Fall Solarwerte aufgrund der Unsicherheit und negativen Spekulationen momentan zu meiden, da solch ein Sentiment in der Regel rückläufige Aktienkurse zur Folge hat. Interessant wird es vor allem, wenn die Solaraktien einige Tage in eine übertriebene Abwärtsbewegung geraten und man aufgrund kurzfristiger Kursverluste in Höhe von 20-30% auf den Gedanken kommen könnte Solarwerte haben keine Zukunft mehr.
Sicherlich würde eine starke Kürzung der Förderung für die Solarbranche nicht positiv sein, dennoch würde ich ein überverkauftes Szenario zumindest kurzfristig ausnutzen wollen. Die Gründe liegen zum Einen darin, dass das neugefasste Erneuerbare-Energien-Gesetz nun hier in Deutschland Planungssicherheit bietet und zum Anderen dürften die Solarunternehmen verstärkt als Ausgleich versuchen jüngere Märkte, wie z.B. Italien oder Frankreich zu erschließen. Meinen Informationen zufolge befindet sich das spanische Parlament noch bis zum 10.09.2008 in der „Sommerpause“, allerdings gehe ich aufgrund des engen Zeitfensters davon aus, dass man sich im August schon hinter den Kulissen fleißig in Stellung bringen wird.


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