Kurseinbruch bei Medigene
Freitag, 11. Juli 2008
Unglücklicher konnte es eigentlich kaum laufen bei der kürzlich hier im Blog vorgestellten Biotechaktie Medigene, denn der Wert brach am Dienstag um knapp 20% ein, nachdem bekannt gegeben wurde, dass man die Phase 1 Studie des Medikaments RhuDex aufgrund eines Todesfall vorläufig anhält. Nach der überraschenden Übernahme von Jerini und der vor allem hohen Prämie, die im Vergleich zum Kursniveau der letzten Wochen gezahlt wurde erschien es mir aber einfach zu fahrlässig nicht nach weiteren Übernahmekandidaten in der Biotechbranche zu suchen.
Generell sollte man deswegen den Hinweis aus meinem Beitrag vom 19.05.2008 bzgl. des spekulativen Charakters von Biotechaktien noch einmal ganz deutlich hervorheben. Aktien aus dieser Branche haben durch positive bzw. negative Medikamentenergebnisse in der Regel eine enorme Hebelwirkung in beide Richtungen, die sich jeder Anleger bewusst sein sollte. Dazu kommt, dass man als Laie praktisch nur sehr eingeschränkt die Möglichkeit hat die Chancen/Risiken eines Medikamentes realistisch zu beurteilen. Anleger sollten sich diese beiden Punkte bei Investments in Biotechaktien auf jeden Fall vor Augen führen.
Die Situation bei Medigene stellt sich meiner Meinung nach nun wie folgt dar: Der Abbruch und das Drohen eines endgültigen Scheiterns von RhuDex ist zwar äußerst unerfreulich zu beurteilen, allerdings ist Medigene im Gegensatz zu einigen anderen Biotechfirmen eben nicht nur auf dies eine Medikament ausgerichtet, sondern hat noch zwei weitere Medikamente in der Forschungspipeline denen einen ähnliches Umsatzpotential prognostiziert wird.
Darüberhinaus forscht Medigene an mehreren kleineren Wirkstoffen und hat davon bereits zwei Medikamente im Markt. Aufgrund der negativen Nachrichten sehe ich Medigene nun allerdings nicht mehr als attraktiven Wert an. Desweiteren werden sicher einige Marktteilnehmer mehr in Zukunft einen Bogen um die Medigene Aktie machen. Trotz alledem sollte man nicht vergessen, dass für potentielle Übernahmeinteressenten die Aktie nun wesentlich billiger am Markt gehandelt wird. Die Jerini Übernahme hat gezeigt, dass es Unternehmen gibt, die auf solche Chancen nur lauern.


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