Kursdrittelung von Elexis weckt Investoreninteresse!
Freitag, 08. Mai 2009
Der Spezialmaschinenbauer Elexis (WKN 508500) hat gestern die Geschäftszahlen für das erste Quartal vorgelegt. Erwartungsgemäß konnte man sich der weltweiten Rezession nicht entziehen, so dass bei nahezu sämtlichen relevanten Zahlen empfindliche Einbußen zu verzeichnen waren. Der Umsatz des Unternehmens verringerte sich gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 9 Prozent. Wesentlich stärker gingen das EBIT mit 58 Prozent, sowie der Auftragseingang mit 26 Prozent zurück. Der Aktienkurs des Unternehmens hat das aktuelle Zahlenwerk allerdings schon lange vorweggenommen. Das Unternehmen notiert auf dem Niveau von Januar 2005 und weist lediglich noch eine Marktkapitalisierung in Höhe von 78 Mio. EUR auf.
Für strategisch agierende Investoren momentan also ein echtes Schnäppchen. Gleiches muss man sich in der Hansestadt Lübeck gedacht haben, in der die traditionsreiche Possehl-Stiftung ihren Sitz hat. Über ihr Beteiligungsvehikel der L. Possehl & Co. mbH erwarb man im Februar und März insgesamt 11,53 Prozent an der Elexis AG. Wir haben uns die Possehl-Stiftung und den vermeldeten Anteilserwerb für Sie etwas genauer angeschaut und sind zu dem Ergebnis gekommen auf eine äußerst interessante Investmentidee gestoßen zu sein. Aber lesen Sie selbst!
Vergangenheit und Entwicklung der Elexis AG
Den meisten Marktteilnehmern dürfte die traditionsreiche Vergangenheit der Elexis AG nicht mehr bekannt sein. Die Wurzeln des Unternehmens sind eng mit dem Niedergang der Allgemeine Elektricitäts- Gesellschaft, besser bekannt unter dem Namen AEG, verbunden. Im Jahr 1996 wurden einzelne Unternehmensteile der AEG an Elexis ausgegliedert, so dass diese damit aus der Taufe gehoben wurde. Nach dem Börsengang im Jahr 1999 schlitterte das Unternehmen zunächst in eine existenzbedrohende Schieflage, ausgelöst vor allem durch teure Akquisitionen sowie die schleppende Integration der zugekauften Geschäftsbereiche. Folglich kam es zur notwendigen Restrukturierung und zum Wechsel des Managements. Dieses war der Wendepunkt und damit gleichzeitig der Beginn der darauffolgenden Erfolgsstory der Elexis AG. Maßgeblich beteiligt an diesem Erfolg ist der heutige Vorstandsvorsitzende Siegfried Koepp, welcher dem Elexis Vorstand seit Mai 2001 angehört. Den Vorsitz verantwortet Koepp seit Juli 2003. Seit dieser Zeit wurde vom neuen Vorstandsteam ganze Arbeit geleistet. Das Unternehmen steigerte den Umsatz von 106 Mio. EUR im Jahr 2003 auf über 170 Mio. EUR im vergangenen Jahr. Ebenso wurde die Rentabilität erhöht.
Besonders beeindruckt hat uns die kontinuierliche Steigerung des Eigenkapitals. Die Eigenkapitalquote wird per 31.12.2008 mit 53,1 Prozent ausgewiesen, was gegenüber 2003 fast einer Verdreifachung entspricht. An der Börse kann man sich für die Vergangenheit jedoch bekannterweise nichts kaufen. Der Grund warum wir diese trotzdem näher beleuchtet haben ist, dass wir uns von dieser einen Hinweis auf die zukünftige Entwicklung des Unternehmens in der Krise erhoffen. Wir sind der Auffassung, dass die Elexis AG sich im Jahr 2009 in deutlich schwierigerem Fahrwasser befindet, als in den letzen Jahren, konstatieren allerdings, dass das Unternehmen über ein erfahrenes und krisenerprobtes Management verfügt. Der Vorstandsvorsitzende Siegfried Koepp steht seit dem Jahr 2001 für Kontinuität im Führungsgremium der Elexis AG und hat nachhaltige Unternehmenswerte für die Aktionäre geschaffen. Eine Entwicklung, die nach der Rezession unserer Meinung nach gute Chancen auf eine Fortsetzung hat.
Possehl-Stiftung könnte demnächst vollständig nach Elexis greifen
Die von uns aufgezeigte nachhaltige Entwicklung der Elexis AG dürfte auch der Possehl-Stiftung aus Lübeck nicht entgangenen sein. Anders kann man den zuletzt vermeldeten Anteilserwerb jedenfalls nicht deuten. Das Interesse der Lübecker scheint von den meisten Marktteilnehmern bisher kaum richtig eingeordnet zu werden. Vergleicht man die Kursexesse vieler Aktiengesellschaften in den vergangenen Wochen, so geht es bei der Elexis AG noch sehr geordnet vonstatten, und dieses trotz des Einstiegs von Possehl. Zur Beurteilung des Anteilserwerbs, welcher am 27. April vom Bundeskartellamt genehmigt wurde haben wir die Possehl-Stiftung mit ihrem Beteiligungsvehikel der L.Possehl & Co. mbH, genauer betrachtet und kommen zu dem Ergebnis, dass die Wahrscheinlichkeit einer Übernahme der Elexis AG erheblich gestiegen ist. Der Possehl-Konzern aus Lübeck ist eine diversifizierte mittelständisch geprägte Unternehmensgruppe, welche sich in der Vergangenheit oftmals durch Akquisitionen und Unternehmensbeteiligungen weiterentwickelt hat. Das Unternehmen aus der Hansestadt verfolgt eine Unternehmensstrategie, die von einer langfristigen und nachhaltigen Sichtweise dominiert wird.
Beim Stöbern in den Geschäftsberichten der L.Possehl & Co. mbH erhält man interessante Hinweise, was man mit der Elexis AG vorhaben könnte. Ein Kernelement der strategischen Ausrichtung der Possehl-Gruppe ist es, ein verlässlicher Nachfolger-bzw. Neueigentümer für mittelständische Unternehmen zu werden. Das Wachstum des Possehl-Konzerns kann zu diesem Zweck ausdrücklich auch durch die Akquisition neuer Geschäftsbereiche erfolgen. Das man dieses nicht ohne Sinn und Verstand tut, wird durch eine gemäßigte Akquisitionspolitik in den letzten beiden Jahren deutlich. Seitens des Unternehmens heißt es hierzu, dass man nicht bereit gewesen sei Unternehmenskaufpreise zu zahlen, welche betriebswirtschaftlich nicht zu rechtfertigen gewesen wären. Diese Situation hat sich inzwischen allerdings komplett verändert. Die Marktkapitalisierung ist bei nahezu allen Aktiengesellschaften enorm zusammengeschmolzen, so dass dieses unserer Auffassung nach im Umkehrschluss im Possehl-Konzern zu einer erhöhten Akquisitionsaktivität führen sollte. Unterstützt wird unsere Vermutung von Aussagen des Unternehmens, welches betont, dass sich durch die solide Eigenkapital- und Finanzausstattung auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Chancen bei Unternehmensübernahmen realisieren lassen. Für das Jahr 2008 veröffentliche das Lübecker Unternehmen bisher noch nicht alle relevanten Finanzkennzahlen. Mit einem Umsatz in Höhe von 1,5 Mrd. EUR erzielte man ein Vorsteuerergebnis in Höhe von 65 Mio. EUR. Die in 2007 berichteten liquiden Mittel von Possehl betrugen 180 Mio. EUR. Setzt man diese Zahlen in Relation zu der derzeitigen lediglich 78 Mio. EUR schweren Marktkapitalisierung von Elexis wird deutlich, dass eine potentielle Übernahme leicht zu stemmen wäre.
Fazit
Aus unserer Sicht stellt die Elexis AG eine gute Möglichkeit dar von dem kommenden Wirtschaftsaufschwung zu profitieren. Das Management des Unternehmens hat wie berichtet sowohl in der Restrukturierungsphase, als auch im letzten Aufschwung bewiesen, dass es einen guten Job macht. Darüberhinaus wird es demnächst spannend, welche Absichten der Possehl-Konzern mit dem Anteilserwerb verfolgen wird. Wir vermuten dass es in der Zukunft zumindest zu einer Anteilsaufstockung kommen wird. Möglicherweise ist dieses in geringem Umfang bereits am Montag dieser Woche geschehen. Bei der Aktie wurde an diesem Tag ca. das 5-fache des normalen Börsenumsatzes gehandelt. Dieses war der umsatzreichste Handelstag seit Anfang März, an dem der Possehl Konzern vermutlich über die Börse ein Elexis-Paket erworben hat.
Interessant ist auch, dass es bei zwei der drei Akquisitionen, die von Possehl in den letzten beiden Jahren kommuniziert wurden zu einer vollständigen Übernahme gekommen ist. Ein drittes Unternehmen erwarb man über drei Anteilsaufstockungen. Möglicherweise kann schon die Hauptversammlung der Elexis AG am 20. Mai etwas Licht ins Dunkel bringen. Interessant wird auch sein, ob die Possehl-Gruppe sich im Geschäftsbericht des Jahres 2008 zu der neuen Beteiligung äußern wird. Aus dem Unternehmen teilte man uns mit, dass dieser Anfang Juni veröffentlicht werden wird. Wir halten Sie auf jeden Fall auf dem Laufenden!


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