Hohe Annahmequote der Schaeffler-Offerte dürfte Conti den Platz im Dax kosten
Montag, 22. September 2008
Die Schaeffler Gruppe hat am Montag weitere Informationen zum Continental Übernahmegebot bekanntgegeben, nachdem die erweiterte Annahmefrist für das Übernahmeangebot am 16. September abgelaufen war. Demnach ist die 75 Euro Offerte seitens Schaeffler auf reges Interesse gestoßen und wurde von 82,41 Prozent der Conti Aktionäre angenommen. Mit dieser hohen Annahmequote liegt man deutlich über dem Wert von 49,99 Prozent, den Schaeffler Conti für die nächsten vier Jahre als maximale Beteiligungshöhe im Rahmen der Übernahmeverhandlungen zugesichert hatte.
Nichtsdestotrotz müssen sich Continental Aktionäre, die Schaeffler ihre Aktien angedient haben keine Gedanken machen, das lediglich ein Teil ihrer angedienten Aktien von Schaeffler übernommen wird. Schaeffler hatte bereits während der Annahmefrist kommuniziert, dass das Übernahmeangebot für alle Aktien gilt und die Aktien, die die maximale Beteiligungshöhe überschreiten an ein Bankenkonsortium weitergereicht werden.
Dax-Abstieg von Conti im Dezember wahrscheinlich
Mit der nun veröffentlichten hohen Annahmequote dürften darüberhinaus weitere Konsequenzen für Conti entstehen. Neben den angedienten 82,41 Prozent der Aktien hat Schaeffler bereits im Vorfeld über 7,78 Prozent der Conti Aktien verfügt, so dass man zusammen mit dem Bankenkonsortium 90,19 Prozent aller ausstehenden Continental Aktien zumindest vorläufig vom Markt nimmt. Mit einem Streubesitz, der unterhalb der Marke von 10 Prozent liegt, dürfte Conti keine Chancen mehr haben die Dax Zugehörigkeit zu verteidigen, da man in den entscheidenden Beurteilungsfaktoren Marktkapitalisierung und Börsenumsatz deutlich zurückfallen wird.
Es ist nicht davon auszugehen, dass das Bankenkonsortium nach Abschluss des Übernahmeangebotes die an sie weitergereichten Aktien am Markt weiterveräußern wird. Dieses ist unterhalb eines Kurses von 75 EUR zudem innerhalb der nächsten fünf Jahre nur mit der Zustimmung von Schaeffler möglich. Die aussichtsreichsten Kandidaten für einen Dax-Aufstieg im Dezember sind unseren Berechnungen nach die Salzgitter AG und das Solarunternehmen Q-Cells. Beide Unternehmen werden sich aufgrund der turbulenten Börsenzeiten in den nächsten 10 Wochen höchstwahrscheinlich ein spannendes Kopf an Kopf Rennen liefern, da sie bei den entscheidenden Beurteilungsfaktoren für einen Dax-Aufstieg fast gleichauf sind.
Zahlung an Conti-Aktionäre zögert sich noch hinaus
Auf den Eingang der Zahlung seitens Schaeffler müssen sich die Conti Aktionäre hingegen weiter gedulden, da noch nicht alle kartellrechtlichen Genehmigungen vorliegen. Die Genehmigungen der Kartellbehörden aus den USA und Kanada liegen Schaeffler bereits vor. Entscheidend für den Zeitpunkt der Zahlung, unterstellt man ein positives Votum, ist unserer Information nach die Genehmigung der Übernahme in Europa durch die Europäische Kommission. Aus dem Hause Schaeffler erfuhren wir dazu, dass man sich mit der Europäischen Kommission noch immer in den Gesprächen über den Antragsentwurf befindet und dieser dementsprechend noch nicht eingereicht ist.
Nachdem der Antrag bei der Europäischen Kommission eingereicht ist, hat diese in einer ersten Prüfungsphase innerhalb von 25 Werktagen zu entscheiden, ob der Zusammenschluss genehmigt wird. Einen Zahlungseingang können Conti Aktionäre nach der kartellrechtlichen Genehmigung innerhalb von 8 Bankarbeitstagen erwarten. Aufgrund der ausführlichen Gespräche erwarten wir nach Einreichung des Antrags eine problemlose Genehmigung in der ersten Prüfungsphase, so dass Conti Aktionäre spätestens 33 Werktage nach Einreichung des Antrags einen Zahlungseingang erwarten können.


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