Gold fällt unter 1600 Dollar, Kursrutsch bei Edelmetallen
Montag, 26. September 2011
Die Preise für Edelmetalle geraten zum Wochenauftakt stark unter Druck. Der Goldpreis rutscht erstmals seit Juli wieder unter die Marke von 1600 US-Dollar, der Silberpreis bricht zweistellig ein. Neben der immer weiter steigenden Unsicherheit wegen der Staatsschuldenkrise belasten auch höhere Sicherheitsanforderungen am Terminmarkt die Gewinnaussichten.
Der Goldpreis ist am frühen Montag erstmals seit Mitte Juli wieder unter die Marke von 1600 US-Dollar je Feinunze gefallen. Im frühen Handel kostet das Edelmetall 1584,77 US-Dollar, das sind 4,4 Prozent weniger als am Freitag in New York, wo noch 1.657,20 US-Dollar bezahlt worden waren. Auch der Silberpreis steht stark unter Druck. Er verringert sich um mehr als 15 Prozent auf 26,13 US-Dollar.
Im Handel wird zur Begründung der Abschläge darauf verwiesen, dass Anleger angesichts der konjunkturellen Unsicherheiten Edelmetallbestände verkauften und es vorzögen, direkt im Dollar als sicherem Hafen investiert zu sein. Der steigende Dollar selbst sorge ebenfalls wieder für Druck auf die Edelmetallpreise.
Darüber hinaus spielt eine Rolle, dass Rohstoffinvestoren an der Warenterminbörse CME in Chicago wegen der starken Kursschwankungen mehr Geld als Sicherheit mitbringen müssen. Die CME erhöhte am Freitag wegen des starken Kursrutsches bei Gold, Silber und Kupfer die so genannten Margenanforderungen. Die Margin ist der Preisanteil an einem Spekulationsgeschäft, den ein Investor als Sicherheit hinterlegen muss. Steigen die Margins, müssen Investoren mehr Geld für das gleiche Geschäft mitbringen, was den erzielbaren Hebeleffekt verringert.
Für Gold erhöhte die Börse die Marge um 21 Prozent, für Silber um 16 Prozent und für Kupfer um 18 Prozent. Bereits im August war die Margenanforderung für Gold zweimal angehoben worden.
Wegen ihrer im Gegensatz zu Gold stärkeren industriellen Verwendung sehen Analysten unterdessen für Silber, Kupfer und Platin größeres Abwärtspotenzial als für den Goldpreis.
Ölpreis im Rückwärtsgang
Auch die Ölpreise fielen zum Wochenstart. Ein Barrel der Nordseesorte Brent (159 Liter) zur November-Lieferung kostete 103,53 US-Dollar. Das waren 44 Cent weniger als zum Handelsschluss am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI (West Texas Intermediate) sank um 41 Cent auf 79,44 Dollar.
Die Hauptursache für den Preisrückgang ist laut Händlern die anhaltende Schuldenkrise in der Eurozone. Dort kämpften die Politiker weiter um eine Begrenzung der Krise. Auch die Kursverluste des Euro zum US-Dollar belasteten die Ölpreise, hieß es am Markt. Ein festerer Dollar macht Rohöl für Anleger aus anderen Regionen teurer.


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