Das startet sehr schwach, -3,5 Prozent
Donnerstag, 22. September 2011
Am deutschen Aktienmarkt stellen weitere Kursverluste ein: Nach dem Konjunkturausblick der US-Notenbank vom Vorabend hat sich ein europaweit schwacher Börsenstart bewahrheitet. Die Herabstufung einiger US-Großbanken durch die Ratingagentur Moody's verschärft die Lage.
Wenig zuversichtliche Aussagen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) zur Lage der US-Wirtschaft belasten die europäischen Börsen zum Handelsauftakt am Donnerstag. Am Vortag hatte der Dax 2,5 Prozent niedriger bei 5433 Punkten geschlossen.
Am Vorabend hatten die Kurse an der Wall Street nach Börsenschluss in Europa und nach Bekanntgabe der mit Spannung erwarteten Fed-Entscheidung ihre Verluste ausgebaut. Die Reaktion der US-Aktienmärkte auf die Fed-Aussagen beschrieben Beobachter als "eindeutig". Im Anschluss an die Ergebnisse der zweitägigen Beratungen des Offenmarktausschusses gab der Dow-Jones-Index um 2,5 Prozent nach, für den S&P500-Index ging es um 3,1 Prozent nach unten. Beide Kursbarometer gingen gleichzeitig auf ihren Tagestiefs aus dem Geschäft. Der Nasdaq-Composite verlor 1,6 Prozent.
Ein trister, aber wohl realistischer Ausblick der US-Notenbank auf die Wirtschaftslage des Landes, die Abstufung der drei Großbanken Bank of America, Merrill Lynch, Wells Fargo und Citigroup durch Moody's dürften Anleger am deutschen Aktienmarkt am Donnerstag wieder in den "Risk-off-Modus" umschalten lassen, hieß es am Markt.
"Was wir sehen ist eine breit gestreute Auflösung von Risikopositionen nach dem Kommentar der Fed gestern Abend", merkte ein Beobachter an mit Blick auf hohe Kursverluste an den Asienbörsen und den schwachen Euro. "Es war der negative Ausblick, der die Märkte bis in die Knochen erschüttert hat", sagte der Beobachter. Erwartungen im Vorfeld der Fed-Sitzung, die Notenbank könne über die "Operation Twist" hinaus weitere Maßnahmen ergreifen, seien enttäuscht worden. Nun könne die Fed in eine gefährliche Lage geraten, in der ihr die Märkte das weitere Vorgehen diktieren. "Sollten die Finanzmärkte in den kommenden Wochen nachgeben, könnte die Fed wieder zusammenkommen müssen und doch noch weitere Schritte zur Stützung der Konjunktur ergreifen.
Wie erwartet hatte die Fed den Leitzins bei 0 bis 0,25 Prozent belassen. Außerdem kündigte die Notenbank an, bis Mitte kommenden Jahres für 400 Mrd. Dollar lang laufende Anleihen zu kaufen. Aber die Aussagen der Fed, die wirtschaftliche Lage bleibe schwach und der Arbeitsmarkt bereite weiterhin Sorgen, belasteten die Kurse in den USA und schließlich auch in Asien.
Für neue Impulse könnte bereits am Vormittag die erste Veröffentlichung der entsprechenden Frühindikatoren für den Euroraum sorgen. Für das Verarbeitende Gewerbe lautet die Konsensprognose auf einen Rückgang im September auf 48,5 von 49,0 Punkten im Vormonat. Für das Dienstleistungsgewerbe rechnen Ökonomen mit einer Abschwächung auf 51,0 von 51,5 Punkten.
Aus den USA wird am Nachmittag wie jeden Donnerstag die Entwicklung der Erstanträge auf Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung erwartet. Hier lautet der Volkswirtekonsens auf ein Minus von 8000 binnen Wochenfrist. Schließlich steht noch die Veröffentlichung des vom US-Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board ermittelten Index der Frühindikatoren auf dem Programm. Für August erwartet der Markt ein Plus von 0,1 Prozent gegenüber dem Vormonat.
TERMINE MIT ZEITANGABE
08:00 GB: Tui Travel Pre-Close Trading Update
09:30 D: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes
Gewerbe und Dienste 09/11 (Flash)
10:00 EU: Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes
Gewerbe und Dienste 09/11 (Flash)
11:00 EU: Industrieaufträge 07/11
14:00 USA: FedEx Q1-Zahlen
14:30 USA: Erstanträge Arbeitslosenhilfe (Woche)
16:00 USA: Frühindikatoren 08/11
16:00 USA: FHFA Hauspreisindex 07/11
16:00 EU: Verbrauchervertrauen 09/11
22:15 USA: Nike Q1-Zahlen


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