DAX startet schwach
Freitag, 30. September 2011
Der letzte Tag der Woche beginnt am deutschen Aktienmarkt mit deutlichen Abschlägen. Konjunkturdaten aus Fernost deuten eine Abschwächung der Wachstumsdynamik in China an. Die Aktien von Autoherstellern geraten unter Druck.
Ein schwacher Auftakt in den letzten Tag einer starken Woche in einem schwachen Monat in einem sehr schwachen dritten Quartal eines turbulenten Börsenjahres.
Bisher hatte der Dax dank der Hoffnung auf beherzte Schritte zur Lösung der Euro-Schuldenkrise ein Wochenplus von 8,53 Prozent eingefahren - das größte seit Juli 2009 - und einige Anleger versilbern nun das Plus, wie Händler sagen. Zudem schwappten am Morgen Wachstumssorgen aus Asien über.
Branchen mit starker Exportorientierung standen generell unter Abgabedruck, allen voran die Sektoren Automobil, Rohstoffe aber auch Luxusgüter. Gerade diese hätten in den vergangenen Jahren stark am Wachstum in Asien partizipiert, erklärte ein Marktbeobachter. In der Zwischenzeit hätten aber die Anleger zunehmend Zweifel über die Nachhaltigkeit des Wachstums in den Schwellenländer aufgebaut.
Dafür spreche, so der Beobachter weiter, etwa der Abverkauf der Währungen aus Schwellenländern in den vergangenen Wochen oder der Einbruch an Chinas Aktienmarkt. Hier hat insbesondere der Bankensektor gelitten aufgrund von Hinweisen, dass die Immobilienpreise ins Rutschen gekommen seien. Zahlreiche chinesische Immobilienfinanzierer haben offenbar Probleme an frische Liquidität zu kommen.
Am Nachmittag könnten Konjunkturdaten aus den USA die Kurse bewegen, unter anderem werden die Konsumausgaben (14.30 Uhr MESZ) und der Chicago-Einkaufsmanagerindex (15.45 Uhr) erwartet.
Kühlt China ab?
Am frühen Morgen hatten die europäischen Märkte frische Konjunkturdaten aus China ungünstig aufgenommen: Die chinesische Industrie bekommt die Abkühlung der Weltwirtschaft deutlich zu spüren. Im September schrumpften die Geschäfte des Sektors den dritten Monat in Folge, wie aus dem Einkaufsmanagerindex der Großbank HSBC hervorging.
Das Barometer verharrte auf dem August-Stand von 49,9 Punkten und verfehlte damit erneut knapp die Wachstumsschwelle von 50 Zählern. Werte unter 50 deuten in der Regel auf eine schrumpfende Wirtschaft hin. In der deutschen Wirtschaft stützen eine ganze Reihe namhafter Unternehmen große Teile ihrer Wachstumsstrategien auf die Absatzpotenziale im chinesischen Markt.


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