DAX im wechselhaft...
Donnerstag, 03. November 2011
Die Sorgen um Griechenland und die Eurozone lasten auf dem deutschen Aktienmarkt. Der Dax startet mit kräftigen Verlusten in Tag, erholt sich dann aber wieder. Eine wahre Flut von Quartalsberichten spielt in diesem Nachrichtenumfeld nur eine untergeordnete Rolle.
Die Angst vor einer Ausweitung der europäischen Schuldenkrise sorgt an den Aktienmärkten weiter für Verunsicherung. In Frankfurt startet der Dax mit kräftigen Verlusten in den Tag, reduziert diese aber deutlich und liegt am Vormittag lediglich 0,1 Prozent im Minus bei 5955 Punkten.
Bei einem Krisentreffen vor dem G20-Gipfel in Cannes hatten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in der Nacht den Druck auf Griechenland erhöht und erklärt, das Land erhalte vorerst keine weiteren Hilfen aus dem internationalen Rettungspaket. Auch der Internationale Währungsfonds setzt die Zahlungen aus.
Auslöser für die Erholung im frühen Handel könnte die Nachricht sein, dass Griechenlands Premier Papandreou über keine Mehrheit mehr im Parlament verfügt. Damit steige die Wahrscheinlichkeit, dass die Regierung an der Vertrauensabstimmung am Freitag im Parlament scheitern werde, argumentieren Händler. Dies dürfte Neuwahlen zur Folge haben und möglicherweise könnte das Referendum dann verhindert werden.
Die Rettungsbemühungen der EU-Länder, Griechenland vor dem Staatsbankrott zu bewahren, seien komplett zum Stillstand gekommen, sagt ein Händler. Dieses kaum zu kalkulierende Risiko dürfte weitere Investoren dazu bewegen, sich aus dem Aktienmarkt zu verabschieden. Insbesondere stelle sich die Frage, wie die spanischen und italienischen Anleihemärkte geschützt werden könnten. Viele Beobachter sind davon überzeugt, dass nur die EZB durch massive Anleihekäufe den Erhalt der Eurozone garantieren kann.
Am Nachmittag entscheidet die EZB über den Leitzins in der Eurozone. Im Konsens wird zwar erwartet, dass dieser bei 1,5 Prozent bestätigt wird; allerdings gibt es vereinzelte Stimmen, die eine Senkung angesichts der eingetrübten Wirtschaftslage in der Eurozone nicht ausschließen. Für die Finanzmärkte relevant dürften Aussagen des neuen Präsidenten Mario Draghi bezüglich der Schuldenkrise in der Eurozone und des laufenden Kaufprogramms von Anleihen aus der Peripherie werden.


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