DAB Bank - kommender Squeeze Out Kandidat innerhalb der UniCredit Gruppe?
Donnerstag, 07. August 2008
Es war im Juni 2005 als die italienische Großbank UniCredit sich im deutschen Bankensektor mit der Übernahme der HypoVereinsbank anfing zu positionieren. Seitdem hat man Schritt für Schritt die UniCredit Gruppe nach den eigenen Vorstellungen weiterentwickelt, indem man mit der Bank Austria das Osteuropageschäft der HypoVereinsbank gegen Zahlung eines zweistelligen Milliarden Betrages vereinnahmte.
Desweiteren wurde konsequent daran gearbeitet die Anzahl der notierten Aktiengesellschaften innerhalb der UniCredit Gruppe herunterzufahren, indem man sowohl bei der Bank Austria, als auch bei der HypoVereinsbank ein Squeeze Out forcierte, um die Aktiennotierungen danach einzustellen. Die Bank Austria ist inzwischen schon vom österreichischen Kurszettel verschwunden und bei der deutschen HypoVereinsbank hat wahrscheinlich im Juli die letzte Hauptversammlung der Unternehmensgeschichte stattgefunden.
Eine weitere börsennotierte Beteiligung innerhalb der UniCredit Gruppe ist der Online Broker DAB. Die HypoVereinsbank hält hier mit 76,36% den Großteil der Aktien, so dass man bei Betrachtung des bisherigen Vorgehens der UniCredit Gruppe bei der Bank Austria und der HypoVereinsbank langfristig durchaus davon ausgehen könnte, dass sich bei der DAB Bank etwas tun wird. Die Schlüsselposition würde bei der DAB Bank diesmal allerdings der HypoVereinsbank als Großaktionär zukommen, wobei zu vermuten ist, dass signifikante Entscheidungen auch mit der UniCredit in Mailand abgestimmt werden.
Reizvoll könnten solche Überlegungen innerhalb der UniCredit Gruppe durchaus sein, denn zum Einen wäre ein kompletter Erwerb des Online Brokers durch die HypoVereinsbank leicht zu schultern und zum Anderen behauptet sich die DAB Bank mit einem Halbjahresergebnis auf Vorjahresniveau in dem aktuellen Marktumfeld sehr gut, wird allerdings inzwischen mit einem Discount in Höhe von über 30 Prozent am Markt gehandelt, wenn man den Aktienkurs vor Ausbruch der Finanzkrise als Maßstab nimmt.
Die DAB Bank hat es im ersten Halbjahr erfolgreich geschafft die in schlechten Börsenzeiten traditionell rückläufige Anzahl von Wertpapiertransaktionen durch ein sehr gutes Finanzergebnis auszugleichen, so dass man zwar die Gesamtjahresprognose reduzierte, aber davon ausgeht diese auf Vorjahresniveau zu halten. Es ist davon auszugehen, dass der Online Broker dieses trotz weiterhin angespannter Finanzmärkte auch erreichen kann, da sich im vierten Quartal durch die Abgeltungssteuer eine Sonderkonjunktur entwickeln wird. Die DAB Bank zeigt sich auf diesem Gebiet sehr aktiv und kooperiert in diesem Zusammenhang mit dem Vermögensverwalter Yeald, dem die Internetdomäne www.abgeltungssteuer.de zuzuordnen ist. Insbesonders gegen Ende des Jahres dürfte sich der geniale Schachzug mit der Sicherung dieser Internetseite für beide Partner positiv auszahlen.
FAZIT: Die DAB Bank erscheint aufgrund vieler Gründe eine interessante Aktie zu sein. Trotz anhaltender Finanzmarktkrise geht das Unternehmen von einem Jahresergebnis auf Vorjahresniveau aus, notiert allerdings mit einem Abschlag von über 30% auf Jahressicht, obwohl man von der Subprime Krise in Hinblick auf eventuelle Abschreibungen nicht betroffen ist. Zusätzliche Phantasie verspricht darüberhinaus über kurz oder lang von der Eigentümerstruktur der DAB Bank zukommen.


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