Aurelius: So könnte der Griff nach Arques ablaufen
Mittwoch, 17. September 2008
Schon vor ca. drei Wochen kursierten am Markt die ersten Gerüchte und Presseberichte, dass die Münchner Industrieholding Aurelius an der Übernahme von Arques Industries interessiert sei, die ein ähnliches Geschäftsmodell wie Aurelius, nämlich den Erwerb von Unternehmen und Konzernteilen in Sondersituationen zum Zweck eines später gewinnbringenden Exits, verfolgt.
Der Aktienkurs der Arques AG, der sich vom Hoch in 2007 mehr als geviertelt hat reagierte euphorisch und legte kurzfristig um über 20 Prozent zu. In den kommenden Handelswochen schien das Gerücht aber wieder in den Hintergrund zu gelangen und der Kurs entwickelte sich wieder deutlich rückläufig.
Anfang der Woche wendete sich das Blatt allerdings erneut, als über die Nachrichtenticker lief, dass sich Aurelius mit bereits drei Prozent an Arques beteiligt hat. Darüberhinaus wurde bekanntgegeben, dass man beabsichtig die Beteiligung mit Hilfe von institutionellen ausländischen Investoren auf ein signifikantes Niveau anzuheben.
Gerücht über Einstieg von Aurelius bei Arques scheint sich zu bestätigen
Das Gerücht über einen Einstieg von Aurelius bei Arques scheint sich also zu bestätigen, doch bleibt letztendlich noch die aktuell interessantere Frage offen, zu der man sich noch nicht detailliert geäußert hat, nämlich wie sich dieser denn gestalten wird. Arques wird derzeit an der Börse mit 212 Mio. EUR bewertet und erreicht damit sogar eine größere Marktkapitalisierung als Aurelius selbst. Eine komplette Übernahme, selbst die Abgabe eines Pflichtangebotes bei Überschreiten der 30 Prozent Schwelle erscheint unserer Meinung nach aus diesem Grund eher unwahrscheinlich, da dieses einen ziemlichen Kraftakt für Aurelius darstellen dürfte.
Trotz des erst geringen Anteils in Höhe von drei Prozent und der kleineren Marktkapitalisierung gibt man sich bei Aurelius selbstbewusst. Dieses wird zumindest aus der Ankündigung deutlich, dass man kurzfristig die relevanten Arques Gremien anpassen wolle. Wahrscheinlicher ist es deshalb, dass Aurelius bei der Arques Übernahme mit Partnern zusammenarbeitet, die ähnliche strategische Interessen verfolgen wie Aurelius selbst und dass sich diese Marktteilnehmer bereits positioniert haben. Ein Hinweis darauf könnten die erhöhten Börsenumsätze in der ersten Juli Hälfte darstellen.
Hoher Streubesitz erleichtert Aurelius den Einstieg
Sollte Aurelius selbst oder zusammen mit Investoren, die sich mit ihren Stimmrechtsanteilen hinter die Strategie von Aurelius stellen, einen Anteil in Höhe von ca. 30 Prozent hinter sich vereinen, dürfte es bei der Arques AG zu deutlichen Veränderungen kommen. Grund dafür ist vor allem der mit knapp 84 Prozent relativ hohe Streubesitz des Unternehmens und damit das Fehlen eines Großaktionärs, der dieses verhindern könnte. Auf der letztens Hauptversammlung waren nur knapp 30 Prozent der Anteilseigner anwesend, unter denen sich höchstwahrscheinlich einige nun der Aurelius Fraktion zuzurechnenden ausländischen Institutionellen befinden dürften. Mit einer einfachen Mehrheit der anwesenden Stimmen könnte man so problemlos bisherige Aufsichtsratsmitglieder abberufen bzw. austauschen und letztendlich so ebenfalls den Vorstand neu besetzen.
Austausch der entscheidenden Gremien und spätere Fusion sind denkbar
In einem ersten Schritt wäre es deswegen denkbar, dass die Aurelius AG sich die entscheidenden Posten bei Arques sichert. Sollte dieses erfolgreich gelingen könnte langfristig eine Fusion der beiden Unternehmen die Folge sein. Zu diesem Schluss könnte man zumindest kommen, wenn man die Worte vom Aurelius Vorstandsvorsitzenden Dr. Dirk Markus in der Pressemitteilung zu der Arques Beteiligung betrachtet. Demnach wird als langfristiges Ziel die Schaffung eines schlagkräftigen Marktführers für Umbruch- und Sondersituationen innerhalb Europas angestrebt. Die Führung dieses Unternehmens dürfte dann der bisherige Aurelius Vorstandsvorsitzende verantworten.


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